Orang-Utan Taymur: Vom illegalen Haustier zurück in den Regenwald
Taymur ist ein Orang-Utan, dessen Geschichte das Herz berührt und zugleich die Schattenseiten des illegalen Tierhandels aufzeigt. Als kleiner Orang-Utan wurde er aus Indonesien entführt und nach Kuwait geschmuggelt, wo er illegal als Haustier gehalten wurde. Dort erlitt er Schreckliches: Taymur wurde nicht nur isoliert und entwurzelt, sondern ihm wurden auch Drogen verabreicht. Das 2-jährige Orang-Utan-Baby lebte in einem Umfeld, das weit entfernt von seinem natürlichen Lebensraum lag – ein Leben wie ein Spielzeug, weit weg von Freiheit, Mutter und Artgenossen.

Die Rettung: Ein Hoffnungsschimmer
Alles änderte sich durch einen Zufall: Anfang 2016 entdeckten die Behörden in Kuwait Taymur, als er in einem Auto herumgefahren wurde. Der Fahrer gab zu, dem kleinen Orang-Utan regelmässig Drogen verabreicht zu haben. Taymur wurde sofort beschlagnahmt, und dank des unermüdlichen Einsatzes der BOS Foundation konnte er nach Indonesien zurückgebracht werden.
Die Rückführung war eine logistische Meisterleistung: Über Monate hinweg koordinierte die BOS Foundation mit der indonesischen Botschaft in Kuwait und verschiedenen Behörden die sichere Heimkehr des traumatisierten Orang-Utans. Ein erfahrener Tierarzt begleitete Taymur während des über 30 Stunden dauernden Fluges von Kuwait über Amsterdam nach Jakarta. Nach der Ankunft folgten umfassende medizinische Untersuchungen und ein DNA-Test, der Taymur als Vertreter der Unterart Pongo pygmaeus wurmbii identifizierte, die in Zentral-Kalimantan heimisch ist. Also da, wo das BOS-Rettungszentrum Nyaru Menteng liegt.
Neuanfang in der BOS-Waldschule
Seit September 2017 lebt Taymur im Nyaru-Menteng-Zentrum zusammen mit anderen Orang-Utan-Waisen seines Alters. In der Waldschule lernt er die Fähigkeiten, die er benötigt, um eines Tages selbständig im Regenwald zu überleben. Von Klettern über Nestbau bis hin zum Erkunden der Umgebung – Taymur entwickelt sich prächtig. Trotz anfänglicher Zurückhaltung zeigt er heute ein lebhaftes, neugieriges Wesen, liebt Abenteuer und rangelt begeistert mit seinen Gspänli.
Taymur ist sogar zum Filmstar geworden: Die Dokumentarserie „Orangutan Jungle School“ erzählte seine Geschichte und berührte Zuschauer*innen weltweit.

Opfer des illegalen Tierhandels
Taymurs Vergangenheit ist kein Einzelfall. Wie Tausende andere Orang-Utans wurde auch er Opfer des illegalen Wildtierhandels. Viele junge Orang-Utans werden ihren Müttern entrissen, um in Zoos, Zirkussen oder als Haustiere missbraucht zu werden. Diese Praxis zerstört nicht nur ihr natürliches Verhalten, sondern schadet ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit dauerhaft. Gemeinsam mit der BOS Foundation kämpfen wir dagegen: Wir retten Orang-Utans aus Gefangenschaft, rehabilitieren sie oder ermöglichen ihnen ein würdevolles Leben, wildern rehabilitierte Tiere aus und schützen ihren Lebensraum.
(Fast) bereit für die Auswilderung
Taymur bereitet sich derzeit auf einer Vorauswilderungsinsel darauf vor, die letzten Schritte seiner Rehabilitation zu gehen, um hoffentlich nächstes Jahr wieder in den Regenwald von Borneo zurückzukehren. Seine Gesundheit und seine Freiheit sind nicht nur aus emotionaler Sicht wichtig: Orang-Utans sind Schlüsselarten im Regenwald, sie tragen wesentlich zur Regeneration des Waldes bei und fördern die Artenvielfalt.
Indem wir Taymur und andere Orang-Utans schützen und rehabilitieren, sichern wir nicht nur das Leben einzelner Tiere, sondern unterstützen die Stabilität des gesamten Ökosystems von Borneo. Ein gesunder Regenwald speichert CO₂, reguliert das Klima und bietet Lebensraum für unzählige weitere Pflanzen- und Tierarten. Taymur steht für die Verbindung von Mensch und Natur: Schutz, Rehabilitation und die Chance auf ein freies Leben sind der Schlüssel, um den Regenwald und seine Bewohner*innen langfristig zu bewahren.
Spende für Orang-Utans
Helfen Sie uns, Taymur und seinen Gspänli ein Leben in Freiheit zu schenken. Jede Spende unterstützt ihre Rettung, Rehabilitation und die Rückkehr in den Regenwald von Borneo.
