Orang-Utan Kapuan: Ihr Weg aus dem Wildtierhandel

Veröffentlicht02.02.2026

Im November konnten wir insgesamt 7 Orang-Utans in die Freiheit auswildern. Einer von ihnen ist Kapuan, eine Überlebende aus dem thailändischen Freizeitpark Safari World, die nach fast zwei Jahrzehnten Rehabilitation in der BOS-Rettungsstation Nyaru Menteng endlich wieder frei ist.

Grosse Orang-Utan-Auswilderung

Es ist soweit: Alle 7 Orang-Utans unserer 46. Auswilderung in Zentral-Kalimantan sind in der Wildnis angekommen. Unter ihnen auch Kapuan, ein Weibchen mit einer bewegenden Vergangenheit. Sie verbrachte fast 19 Jahre in der Rettungsstation der BOS Foundation und wurde dort behutsam gepflegt und auf die Freiheit vorbereitet. Zuvor wurde sie 6 Jahre lang als Touristenattraktion im Freizeitpark Safari World in Thailand gefangen gehalten. Bei BOS lernte sie, zu klettern, Futter zu finden und sich in einer Gruppe zurechtzufinden. Jetzt kann sie endlich wieder als wilder Orang-Utan leben – frei, selbstständig und sicher.

Hier finden Sie alle Release-Kandidaten und Infos dazu

Kapuans Auswilderung miterleben

Der deutsche Fernsehsender ZDF begleitete Kapuans Auswilderung exklusiv. Sehen Sie jetzt die berührenden Szenen in der Serie "Terra X - Faszination Erde: Borneo - Zurück in die Wildnis".

Ein Orang-Utan wird gezwungen, mit einer Touristin zu posieren

Vom Wildtiertourismus in den Regenwald

Kapuan ist einer der 48 Orang-Utans, die 2006 aus dem berüchtigten Freizeitpark Safari World in Thailand gerettet wurden. Dort wurden sie wie Zirkustiere gehalten, mussten in „Thai Boxing Shows“ auftreten, wurden geschminkt, verkleidet und mit Gewalt gefügig gemacht. Was für gewisse Touristinnen und Touristen wie harmlose Unterhaltung aussah, war in Wahrheit systematische Tierquälerei.

Nebst der offensichtlichen Quälerei durch Gewalt und Nahrungsentzug wurde den Tieren auch ihre Würde genommen. Sie wurden verspottet, sexualisiert und ausgenutzt.

Bis heute ist das leider Realität im Freizeitpark Safari World. Nach einer kurzen Unterbrechung infolge der Konfiszierungen gehen die Orang-Utan-Shows weiter. Noch immer werden dort Orang-Utans gefangen gehalten, misshandelt und zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet.

Mit der Kamera gegen den Wildtierhandel

Der britische Fotojournalist und Filmemacher Aaron Gekoski hat dieses Leid dokumentiert. Seit über 15 Jahren reist er an die dunkelsten Orte der Wildtierindustrie, um sichtbar zu machen, was andere lieber verdrängen. Seine preisgekrönte Dokumentation «Eyes of the Orangutan», die 2019 in Zusammenarbeit mit BOS Schweiz entstand, zeigt schonungslos, wie aus intelligenten, sensiblen Tieren seelenlose Showobjekte gemacht werden.

Aaron wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als Wildlife Photographer of the Year 2017, Nature Photographer of the Year 2018 sowie European Environmental Photographer of the Year 2024. Er sagt über Kapuans Freilassung:

«After a long and ultimately successful rehabilitation at BOS Foundation, Kapuan is finally heading back to where she belongs. While her release is a cause for celebration, we must also spare a thought for the other orangutans still imprisoned at Safari World. As long as the boxing shows continue, we cannot rest in our collective efforts to save every single orangutan from this living hell.»

Übersetzung:

«Nach einer langen und letztendlich erfolgreichen Rehabilitation durch die BOS Foundation kehrt Kapuan endlich dorthin zurück, wo sie hingehört. Während ihre Freilassung ein Grund zum Feiern ist, müssen wir auch an die anderen Orang-Utans denken, die noch immer in Safari World gefangen sind. Solange die Boxkämpfe weitergehen, müssen wir weiterhin dafür kämpfen, jeden einzelnen Orang-Utan aus dieser Hölle zu retten.»

Hier mehr zum Thema Wildtiertourismus lesen

Fotograf Aaron Gekoski kämpft gegen Wildtierhandel

Aaron und seine Arbeit sind auch Teil unserer [MOVING PICTURES] Ausstellung. Derzeit können 41 ausgewählte Exponate von insgesamt 15 Weltklasse-Fotografen im Naturéum in Lausanne bestaunt werden. Und bereits die vier wenigen Exponate von Aaron Gekoski, welche Orang-Utans, Makaken, Tiger und Malaienbären zeigen, lassen erahnen, welche Dimension der Wildtier-Tourismus angenommen hat: Nebst Orang-Utans leiden viele, teils vom Aussterben bedrohte Arten, massiv.

Hier finden Sie mehr Informationen zur Ausstellung [MOVING PICTURES]

Ein Tigerbaby wird als Haustier gehalten

19 Jahre Rehabilitation

Kapuan steht für all jene Tiere, die in Gefangenschaft leiden mussten und trotzdem den Weg zurück ins Leben gefunden haben. In der BOS-Rettungsstation Nyaru Menteng lernte sie, was sie einst verlernen musste: auf Bäume zu klettern, Nahrung zu suchen, Nester zu bauen.

Ihre Auswilderung ist ein Symbol dafür, dass auch tiefes Leid nicht das Ende bedeuten muss. Mit Geduld, Fürsorge und Unterstützung kann selbst ein Tier, das alles verloren hat, wieder Vertrauen fassen und seinen Platz in der Wildnis finden.

Spenden für Orang-Utans

Dass Kapuan heute wieder frei ist, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis jahrelanger Pflege, Engagements und der grosszügigen Unterstützung von Menschen wie Ihnen, die an eine Zukunft für Orang-Utans glauben.

Jede Spende schenkt Freiheit und macht Geschichten wie die von Kapuan möglich. Mit einem Hilfspaket "Versorgung Auswilderung" helfen Sie mit, dass gerettete Orang-Utans wie Kapuan sicher in der Freiheit ankommen und dort neu durchstarten können.

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